Die Weihnachtsgeschichte 2025

weifo25 V1sIm Speisesaal wurde es leer, Nik saß noch am Tisch, doch seine Eltern waren schon bei ihren Kursen, Yoga und so was alles. Auch für ihn hatten sie Kurse gebucht; einmal war er hingegangen, dann schwänzte er, schließlich hatte er Ferien! Weihnachtsferien! Er stromerte lieber durch die Ferienanlage und das Dörfchen.
Überall blinkte es bunt und knallig; kaum zu sehen im hellen Sonnenschein. Aus den Lautsprechern schallten Weihnachtslieder wild durcheinander und vielsprachig. Es faszinierte und ärgerte Nik gleichermaßen. Er wollte lieber Schnee und Ruhe! Am Strand beobachtete er eine Weile die Vorbereitungen für die Weihnachtsparty. Er fühlte sich kein bisschen weihnachtlich und lief weiter am Strand entlang, warf missmutig Steine ins Wasser. Schließlich blieb er stehen, reckte die Arme in den Himmel und schrie, so laut er konnte: „Ich will Schnee und Weihnachten im Wald!“

„So, so, Schnee willst du und Wald!“ hörte Nik ein zartes Stimmchen; als er sich umschaute, sah er niemand. „Schau nach unten, Dummkopf! Es gibt auch kleine Leute!“ Im Sand saß ein geflügelter Plüschhase.
Echt jetzt, dachte Nik entnervt, die lassen sich was einfallen! Er sah sich um, wer das Kuscheltier wohl verloren haben könnte.
„Ich bin nicht verloren, ich bin extra gekommen! Deine Hilfe wird benötigt, die integrale Souveränität des interstellaren Staustahltriebwerks ist blockiert.“
„Alexa! Siri! Aus!“, rief Nik in der Annahme, dass das Tier mit einem Lautsprecher ausgestattet sei.
„Ich bin keine Alexa oder Siri!“ empörte sich das Häschen. „Aber du bist der Junge, der sich mit Raumschiffen auskennt!“
„Ja, klar!“, antworte Nik belustigt. „Natürlich weiß ich, wie Kapitän Tasari das Staustahltriebwerk auf der IVOX ratzfatz repariert hat! Echt jetzt!“

Der Hase machte einen Sprung, krallte sich auf Niks Schulter fest und flatterte wild mit den Flügeln, so schnell, dass es merklich kühler wurde, richtig kalt am Ende, vor allem an den Füßen.
Auf einer Lichtung im verschneiten Tannenwald stand ein seltsames Gebilde, eine Art Schiff, eher klein, doch sein goldenes Strahlen überzog den Schnee ringsum mit einem seidigen Schimmer.
„Hallo Nik“, sagte das Christkind, legte ihm eine Decke um die Schultern und lächelte hold, „und nun bitte, mach ratzfatz das, was Kapitän Tasari mit dem Staustahltriebwerk auf der IVOX getan hat. Ich muss dringend weiter, doch das Schiff will nicht mehr fliegen!“ Das Christkind versetzte Nik einen herzhaften Schlag auf die Schulter. „Es reicht, wenn du dich erinnerst, du musst nicht rumschrauben.“
Na dann, dachte Nik, und stellte sich vor, wie das Staustahltriebwerk erwachte, blitzartig wie eine Katze bei Gefahr und wie das Maschinenwerk zufrieden brummte und summte.
„Gut gemacht, Nik“, lobte das Christkind, „vielen Dank! Sei nicht unglücklich, weil es heuer keinen Schnee gibt und keinen Wald. Mach es wie der kleine Prinz, und ratzfatz hast du Weihnachten gefunden!“ Mit diesen Worten schloss das Christkind die Luke und das Goldene Raumschiff hob ab.

Nik winkte und sah zu, wie das Raumschiff davonflog, ein stetig kleiner werdender schwarzer Punkt vor der Sonne, die tief stand und bald im Meer versinken würde. Der Sand war warm unter seinen Füßen. Nik lächelte zufrieden und fühlte sich froh und munter wie seit langem nicht mehr.

"Nik!“ hörte er die Eltern rufen.
„Ich bin da!“ antwortete er, rannte zu ihnen und umarmte sie fest. „Weihnachten in der Südsee ist ganz prima! Echt jetzt!“ rief er fröhlich, „und nun auf zur Weihnachtsparty!“

In diesem Sinne:
Ratzfatz frohe weihnachtliche Tage und allzeit guten Antrieb im neuen Jahr
Potsdam im Dezember 2025

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Archiv der Weihnachtsgeschichten

Kommt ein Engel geflogen, bringt vom Christkind einen Gruß, 
Hat Geglitzer im Gefieder, dass ich leise lächeln muss. 




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