Weihnachtsgeschichte 2020

„Hey! HWEIFO2020allo!“ rief der Drache zum Tor hinein. Drinnen in der Halle war niemand zu sehen und er schüttelte empört seine 12 Köpfe. „Hallo! Keiner zuhause? Kind? Wo bist du?“
Da flog ein weißes Häschen herbei, landete in gebührendem Abstand zum Drachen und legte die Flügel an. „Das Christkind hab’ ich heuer noch nicht gesehen!“, sagte das Häschen betrübt. „Aber von dir habe ich schon schauerliche Geschichten gehört“.
„Ach was! Ich bin nicht schauerlich, das ist rein äußerlich!“ antwortete der Drache streng. „Doch nun lass uns das Kind finden! Du gehst voraus, du kennst dich hier aus!“

Sie waren einige Zeit unterwegs, treppauf, treppab, hin und her. Sie öffneten viele Türen und sahen in viele Räume. Schließlich fanden sie das Christkind in einer Abstellkammer, da saß es in einem Wäschekorb und starrte Löcher in die Luft.
„Christkind!“, rief das Häschen besorgt, „was machst du denn hier? Die Wichtel sind außer Rand und Band, die Engel schnarchen und Weihnachten steht vor der Tür!“
„Ich habe Lockdown!“ seufzte das Christkind und schloss erschöpft die Augen.
„Du bist krank?“ fragte der Drache mitleidig
„Ist keine Krankheit“, erklärte das Häschen, „ist aber eine schlimme und ungesellige Sache!“
„Wie auch immer“, erwiderte der Drache, „ich habe ein Geschenk für das Kind!“ Er kramte in seinem Rucksack und holte eine weiße Rose hervor, die glitzerte wie reiner Diamant.
„Oh!“ staunte das Häschen, „so eine schöne Rose! Wo hast du die denn her?“
„Ach,“ antwortet der Drache lässig, „das ist eine lange Geschichte, und dafür ist jetzt keine Zeit! Ist doch Weihnachten! Oder etwa nicht? Oder was?“

Das Christkind nahm die Rose entgegen und betrachtete sie ausgiebig von allen Seiten. Mit einem Mal stahl sich ein Lächeln auf sein Gesicht, das sich zu einem Strahlen erweiterte. „Es ist Weihnachten! Juhu!“ jubelte das Christkind beglückt und hüpfte beschwingt aus dem Korb. „Wisst ihr noch? Maria & Josef hatten es seinerzeit weder bequem noch gesellig …“,
„Aber“, unterbrach das Häschen, „es waren doch Tiere dabei!“
„Ja klar,“ höhnte der Drache, „ein Rindvieh und ein Esel!“ Briefmarke
„…trotzdem“, fuhr das Christkind fort, „waren sie froh und voller Zuversicht!“
„Zuversicht und ein gutes Ende“, bekräftigte der Drache, „das ist echt richtig wichtig!“

„Dann sind wir uns also einig!“, rief das Christkind. „Auf! Auf! An die Arbeit! Kaffee für die Engel und Kamillentee für die Wichtel. Wir haben viel zu tun!“

Es dauerte nicht lange, da schwebten Sterne vom Himmel herab, klein und zart und fein wie Schnee. Sie funkelten und glitzerten und brachten die Welt zum Glänzen. Ein wunderbarer Duft breitete sich aus, der wärmte die Seele und entlockte den Menschen ein frohes Lächeln: Wieder einmal war es Weihnachten geworden.

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